Studiengebühren
Die Würfel sind gefallen, die Luft ist sozusagen raus. Die Karlsruher Richter haben den umstrittenen Absatz im Hochschulrahmengesetz für ungültig erklärt und damit dürfen die Bundesländer selbst entscheiden, ob sie Studiengebühren erheben wollen oder nicht.
Ich kann nicht sagen, dass mich das sonderlich überrascht oder erschrocken hat. Es hat eher meinen Erwartungen entsprochen. Auch wenn ich jetzt nicht mit Geld um mich werfen kann, wie mir beliebt, kann ich mit 500 im Semester immer noch leben, vor allem wenn ich das Geld für mein Studium ausgeben muss, dass mir später mal nen guten, interessanten Job bringen soll. Im internationalen Vergleich sind wir dann trotzdem immer noch gut dran. Wenn ich an das amerikanische Schulsystem denke wird mir Angst und Bange. Die haben zwar ihre Elite-Unis, aber der Preis dafür ist ziemlich hoch (Sowohl im eigentlichen, wie im übertragenem Sinne).
Trotzallem bin ich kein Befürworter von Studiengebühren. Das alte System, dass nur Semester über der Regelstudienzeit und Zweitstudien, gekostet haben, war im allgemeinen schon gerecht. Mir tut es vor allem auch Leid um die Leute, die jetzt schon mit BAFöG auskommen müssen und trotzdem noch eine Wohnung in München zu bezahlen haben.
Interessant finde ich auch diesen Spiegel.de-Artikel in dem ein Aspekt beleuchtet wird, der in der aktuellen Diskussion bisher komplett gefehlt hat:
Was passiert mit den gebührenfreien Unis, wenn eine Vielzahl an Studenten plötzlich auf die Strasse stehen und sich nach einer ‘bezahlbaren’ Uni umsehen müssen. Es wird bei der momentanen Situation auf jeden Fall zu bedeutenden Umschichtungen kommen.
Spreeblick gibt zu dem Thema leider komisches Zeug zum Besten.
Ich habe an der Uni viele kennengelernt, die wirklich auf BAFöG angewiesen sind, eine eigene Wohnung brauchen und nicht eben mal 500 im Semester abdrücken können. Zusätzlich studiere ich auch noch in München, dass in dieser Beziehung mehrere Nachteile hat:
- Es liegt in Bayern
- Der Lebensunterhalt in München ist sehr teuer.
- Es gibt in der Verwaltung der TUM starke Befürworter von Studiengebühren
Es mag immer Leute geben, die zum Geburtstag nen BMW geschenkt bekommen, ich hab aber noch keinen getroffen. Alle die ich kenne, fahren brav mit öffentlichen Verkehrsmitteln (in München gibt es kein Semesterticket).
Es wird auch immer Studenten (wie mich zb) geben, die noch zuhause wohnen und/oder von ihren Eltern ausreichend unterstützt werden.
Und es wird viele geben, die sich das einfach nicht werden leisten können.
Ich warte schon drauf, dass in den nächsten Tagen vom AStA ein Demo-Aufruf kommt. Ich werd auf jeden Fall nicht hingehen, meine Klausuren sind mir wichtiger
January 27th, 2005 at 23:39
1. Bist du dir sicher dass es bei 500 Euro bleiben wird?
2. Wo denkst du gehen denn die 500 Euro hin?
3. Du bist gegen Studiengebühren, willst aber trotzdem nicht auf Demos gehen?
[man findet immer Zeit seine Meinung zu äußern, auch wenn man Klaururen zu schreiben hat...und ein "Mir tut es vor allem auch Leid um die Leute, die jetzt schon mit BAFöG auskommen müssen..." ist da leider nicht genug
Wenn man nichts macht, kann man auch nicht erwarten, dass sich was ändert...]
January 27th, 2005 at 23:56
Vielleicht war ich dann doch zu lang beim Bund: Ich denk mir in solchen Situationen immer: Erstmal Füsse still halten, denn erstens kommt es anderst und zweitens als man denkt. Im Moment existiert ja noch nicht einmal ein genauer Plan davon, was nun wirklich passieren soll, wieviel und wie man zu bezahlen hat.
Ich steh Demos (genau wie Unterschriftenaktionen) eher skeptisch gegenüber: Das mag schon funktionieren, dann hat das aber andere Ausmaße (siehe Ukraine).
Ich äußere meine Meinung ja, nur auf andere Art und Weise. Ich halts einfach nicht für sehr sinnvoll, mitten in den Klausuren mit nem Schild in der Hand durch den Schnee zu stapfen, damit ich mich am Ende noch erkälte. Dazu is mir meine Zeit im Moment zu schade.